Oleg Izossimov - © Hansa-Theater

Oleg Izossimov

Einen Handstand, mal ehrlich, kann doch fast jeder oder hat ihn zumindest mal gekonnt. Das Feld aber lichtet sich, wenn dieser Handstand auf einer Hand gemacht werden soll, auf einer Fläche, so groß wie eine Espresso-Untertasse. Und wenn sich dann der Körper darüber in grazilen Windungen irgendwie um sich selbst rekelt wie im bodenlosen Tanz, sinkt die Zahl der Probanden gegen null. Bis irgendwann Oleg Izossimov übrig geblieben ist, der weltweit größte Könner seines Faches. Davon konnten sich die Zuschauer des Hansa-Theaters bereits 2010 überzeugen. Seltsam androgyn verwandelt der Russe aus Chelyabinsk physikalische Unmöglichkeiten in pure Poesie ohne Worte, bis den Zuschauern vor ihm ein seliges Lächeln in die Gesichter geschrieben steht und manchmal fast auch ein bisschen erschüttertes Entsetzen, was mit einem im Grunde ganz normalen, menschlichen Körper so alles möglich ist. Und dann scheint dieser Oleg Izossimov nach seiner herrlichen Kür nicht einmal nennenswert in Schweiß geraten zu sein.